Unsere Vereinsfahrt über das lange Fronleichnamswochenende ging dieses Jahr (wirklich) nach Bad Zwesten. Nachdem vor zwei Jahren aufgrund von überfluteter Campingwiese in Bad Zwesten unser Aufenthalt dort nicht stattfinden konnte und wir stattdessen kurzerhand nach Hildesheim umplanen mussten, konnten wir diesmal auf dem schönen Waldcampingplatz unser Lager aufschlagen. Die Anreise erfolgte am Mittwoch. Nach und nach trudelten 28 Vereinsmitglieder auf dem Campingplatz ein und bauten (Vor-)Zelte und Shelter auf. Für den Anreisetag war Selbstverpflegung angesagt und so brachte sich jeder etwas mit. Lennard hatte einen kleinen Gasgrill und jede Menge Würstchen - auch die leckeren Wildwürstchen - dabei, so dass nicht nur er, sondern auch viele andere in den Genuss dieser kamen.
Am nächsten Tag ging es nach dem gemeinsamen Frühstück auf die hessische Schwalm, die direkt am Campingplatz vorbeifließt. Da aufgrund der Uferbegrünung (inklusive wohlriechender Pfefferminze) an der schmalen Einstiegsstelle nur einzeln nacheinander eingestiegen werden konnte, dauerte es etwas länger, bis alle schließlich auf dem Wasser waren. Die Tour hatte einen typischen Kleinflusscharakter, aber es gab gerade am Anfang ein paar Wehre, die bei dem geringen Wasserstand zwar gefahren werden konnten, allerdings immer sicher gescoutet und gut unterstützt durch die Hilfestellung unserer hilfsbereiten und erfahrenen Übungsleiter.
Nach 10 km beendeten einige die Tour, was sich im Nachhinein als die bessere Entscheidung erwies, denn für die, die die Tour fortsetzten galt es kurz nach dem Wiedereinstieg ein unfahrbares Wehr an einer Mühle zu umtragen und auf den weiteren 4 km war dann mehr Treideln denn Paddeln angesagt, weil nach der Mühle nur wenig Wasser im Fluss war und die Rückeinleitung des Mühlenbachs lange auf sich warten ließ.
Am zweiten Tag ging es für 16 km auf die Eder, von Fritzlar bis Felsberg. Hier gab es zwar nur ein Wehr, dafür aber eine lustige Rutsche beim Einstieg, angenehm flotte Strömung und viele schöne renaturierte Streckenabschnitte. Auf der Hälfte der Tour wartete unser Shuttelservice - Astrid, Helmut und diesmal auch Frank - und es wurde eine kleine Essens-Pause gemacht, bevor es weiter ging. Beim Ausstieg wunderte sich die Gruppe dann ein wenig, warum der Shuttleservice nicht wie sonst schon mit den Autos vor Ort war, bis ein Anruf kam, dass der Bootsanhänger eine Panne hätte. Um auch an den nächsten Tagen paddeln zu können, wurde nun viel telefoniert, um einen Anhänger bzw. auch einen Anhänger für den Anhänger zu organisieren. Wie gut, dass so viele im Verein Kontakte haben, die da evtl. weiterhelfen können. Während die einen also fleißig am Telefon hingen um eine Lösung zu organisieren, vertrieben sich die anderen die Zeit und nutzten einen Spielplatz direkt beim Ausstieg, welcher die Warterei etwas kurzweiliger werden ließ und zudem noch Schutz vorm kurzen Regenschauer bot.
Das Anhängerproblem wurde dahingehend gelöst, dass Peter einen Anhänger mietete und in Albersloh den großen Anhänger auf diesen lud und damit nach Bad Zwesten kam, wo dann die beiden Bootsanhänger gegeneinander getauscht wurden, bevor er wieder zurück nach Albersloh fuhr. Peter, ganz ganz lieben Dank dafür!
Und so konnten wir am Samstag - fast als wäre nix gewesen - wieder paddeln gehen. Mit den Booten diesmal auf dem großen Bootsanhänger ging es zur Einstiegsstelle nach Morschen-Konnefeld zum Einstieg, wo gerade auch eine größer Feuerwehrveranstaltung stattfand und viel Trubel war. Dies war allerdings nicht der Grund, warum Franz-Peter gekentert ist. Im dichten Gedränge unserer eigenen Kajaks hat es ihn unglücklich erwischt und ein Anstupser ihn aus der Balance und zum Kentern gebracht. Wer hätte das erwartet mit über 80 Jahren nochmal zu kentern bzw. gekentert zu werden, er wahrscheinlich am wenigsten. Mit Unterstützung einiger helfender Hände bewältigte er anschließend dann einen sportlichen Wiedereinstieg auf dem Wasser, nahm Platz im zuvor unbesetzten vorderen Platz im Zweier von Alex und kletterte von dort auf beeindruckende Weise wieder in sein mittlerweile von helfenden Händen ausgeleertes eigenes Boot zurück. Nach kurzem Verbinden einer blutenden Wunde am Arm ging es dann mit der Paddeltour weiter. Die 16 km zogen sich gegen Ende ganz schön.
Für einige ging es nach dem Paddeln leider schon nachhause, während die anderen am Sonntag noch eine kurze 6-km-Tour auf der Schwalm bis zum Campingplatz paddelten, bevor alles wieder abgebaut und zusammengepackt wurde und es zurück nach Albersloh ging.
Einge gelungene und schöne Vereinsfahrt!
